Weilheimer mit 2 Gesichtern

Der TSV Weilheim musste sich bei der HSG Ebersbach/Bünzwangen am Ende mit 22:31 geschlagen geben – ein Ergebnis, das aus Sicht eines Weilheimer Beobachters vor allem den Spielverlauf der zweiten Hälfte widerspiegelt, nicht jedoch den engagierten Beginn der Gäste.

Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als optimal, denn mit Steffen Kruschina fiel der etatmäßige Schlussmann nach einer Verletzung im Abschlusstraining kurzfristig aus. Dennoch zeigte Weilheim zunächst genau die Reaktion, die man sich nach dem Derby erhofft hatte. Von Beginn an trat die Mannschaft konzentriert auf, stand defensiv kompakt und agierte mit der nötigen Aggressivität in den Zweikämpfen. Im Angriff war es vor allem Sebastian Martin, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Mit klaren Aktionen, guter Übersicht und Durchsetzungsvermögen lenkte er das Offensivspiel und brachte seine Mannschaft verdient mit 9:7 in Führung.

Doch mit zunehmender Spieldauer kam es zum Bruch im Weilheimer Spiel. Innerhalb weniger Minuten kassierten die Gäste sechs Gegentore in Folge und verloren dabei komplett den Rhythmus. Die zuvor stabile Struktur wich zunehmender Unsicherheit, einfache technische Fehler schlichen sich ein und auch die Chancenverwertung ließ deutlich nach. Gleichzeitig bekam die Defensive den gegnerischen Kreisläufer Moritz Schwind immer weniger in den Griff, der die Schwächen konsequent ausnutzte und maßgeblich daran beteiligt war, dass die Partie kippte. So ging Weilheim bereits mit einem 11:15-Rückstand in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Seitenwechsel gelang es dem TSV nicht mehr, an die starke Anfangsphase anzuknüpfen. Zwar stemmte sich die Mannschaft gegen die drohende Niederlage und kam durch Treffer unter anderem von Niklas Rapp, Johannes Negwer und Jan Renneberg immer wieder zu eigenen Torerfolgen, doch insgesamt blieb das Spiel zu fehlerbehaftet. Ein vergebener Siebenmeter in der Schlussphase passte ins Bild eines Abends, an dem Weilheim zunehmend den Zugriff verlor. Die Gastgeber hingegen spielten ihre Angriffe konsequent zu Ende und nutzten die sich bietenden Räume effizient.

In der entscheidenden Phase übernahm schließlich Routinier Ekrem Köse die Kontrolle und sorgte mit wichtigen Treffern dafür, dass der Vorsprung weiter anwuchs. Je länger die Partie dauerte, desto schwerer tat sich Weilheim, noch einmal entscheidend dagegenzuhalten, sodass sich der Rückstand bis zum 22:31-Endstand weiter vergrößerte.

Unterm Strich steht für den TSV Weilheim eine deutliche Niederlage, die jedoch differenziert betrachtet werden muss. Die starke Anfangsphase mit einer kompakten, kämpferischen Abwehr und einem strukturierten Angriffsspiel zeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Entscheidend wird sein, diese Leistung künftig konstanter über die gesamte Spielzeit abzurufen und die Fehleranfälligkeit in kritischen Phasen zu minimieren. Gelingt dies, dürfte Weilheim aus dieser Partie trotz der Niederlage wichtige Erkenntnisse für die kommenden Aufgaben ziehen.

Kommende Woche um 20 Uhr findet das letzte Heimspiel der Saison statt, wo die Mannschaft ein letztes Mal positiv vor den eigenen Zuschauern auftreten möchte.

Weilheim: Dehm, Latzel; Renneberg (4), Ulmer (3), Negwer (3/1), Hartmann, Banzhaf (1), Rapp (3), Martin (3), Stark (1), Goll (1), Real (3).