Topspiel der Bezirksliga wird zum erwarteten Krimi
Zum Spitzenspiel des Ersten gegen den Dritten empfingen die Weilheimer Handballer vergangenen Samstag das Handballteam Uhingen/Holzhausen. Wie nach dem Verlauf des Hinspiels bereits erwartet entwickelte sich auch dieses Mal ein packender Kampf auf Augenhöhe, der mit einem 30:30 (13:16) Unentschieden endete.
Die Uhinger setzten sich bereits zu Saisonbeginn an der Tabellenspitze fest und verteidigten diese über die komplette Hinrunde eindrucksvoll ohne jeglichen Punktverlust. Doch bereits im letzten Spiel entführte die HSG Leinfelden/Echterdingen beide Punkte vom Meister in Spe. Und auch das Hinspiel in Uhingen hatte den Weilheimer nicht nur Mut, sondern auch eine realistische Chance auf einen Sieg vermittelt.
Mit der Motivation im Nacken dem Tabellenführer ein Bein stellen zu wollen ging es also in die Partie. Doch anstatt ein überschäumendes Handballfest erwartete die Weilheimer zunächst ein hartes Stück Arbeit. Uhingen legte zunächst vor, doch die Offensivbemühungen rückten in den ersten Minuten in den Hintergrund. Beide Abwehrreihen waren von Beginn an beschäftigt die Nehmerqualitäten des Gegenspielers und die Toleranzgrenze der Unparteiischen zu ermitteln. Nach Sieben Minuten stand es immer noch 2:2. Der erste Zwischenspurt kam von den Gästen, sie setzten sich über ihre Mittelachse zum zwischenzeitlichen 6.3 ab. Die Weilheimer hatten Mühe in dieser Phase den Anschluss zu halten. Im Angriff glänzte in der ersten Hälfte vor allem Dominik Klett, der beinahe alle vier Tore in Serie warf und das in einer Phase in der ansonsten nicht viel lief im Weilheimer Angriff. Immer wieder schlich er sich hinter dem großgewachsenen Mittelblock davon und wurde von den Halbpositionen bedient. Beim 7:8 war der TSV wieder auf Tuchfühlung, um allerdings in den Folgeminuten den ersten Einbruch zu erleben. Die Uhinger distanzierten gar auf eine fünf Tore Differenz. Das 9:14 hätte die erste Station für ein Debakel der Weilheimer werden können, noch in der Hinrunde hätte man nun das Spiel wahrscheinlich verloren gegeben. Doch nach vier Siegen in Folge verfügt man über eine zusätzliche Portion Selbstvertrauen. Während die Uhinger auf die Halbzeit warteten und nur noch zwei Treffer im Gehäuse des TSV platzieren konnten, starteten die Hausherren die erste Aufholjagd, schafften es damit bis zur Pause auf 13:16 zu verkürzen.
Die erste Hälfte glich noch eher einem Langstreckenrennen. Das Handballteam dominierte die Partie und war sich aber auch bewusst nicht nachlassen zu dürfen, während der TSV Weilheim immer wieder um den Anschluss kämpfen musste. Zeit also zur Nachjustierung für Thomas Burger. Die Statistik von Co-Trainer Bierbaum sprach eine deutliche Sprache, nahezu alle Gegentore fielen über die Mitte oder über die Halblinke Rückraumposition. Rechts konnte das HT mit zunächst zwei Rechtshändern kaum Druckaufbauen und auch Thomas Grau war mit seinen Überziehern limitiert. Es galt in der zweiten Hälfte auf dieses Positionen die Abwehrreihe zu verdichten und den Gegner vor neue Aufgaben zu stellen. Offensiv sollte vor allem die Zweite Welle forciert werden. Ein behäbiges Rückzugsverhalten und ein Spezialistenwechsel für die Abwehrmitte machte die Gäste hierfür anfällig.
Dem 13:17 Rückschlag zu Beginn der zweiten Hälfte folgte postwendend der 16:18 Anschluss. Grau, der mittlerweile für Heimsch auf der angestammten linken Rückraumposition auflief, konnten nun wesentlich mehr Gefahr ausstrahlen. Nach einer Verletzung von Dominik Klett sprang Sebastian Sigel, bereits im Hinspiel mit acht Treffern der "Uhingen-Schreck", am Kreis ein. Und auch diesmal trieb er seine Gegenspieler wieder beinahe zur Verzweiflung und fand trotz magerer Gefahr der Weilheimer Rückraumschützen immer wieder eine Lücke um von Auweter bedient zu werden. Beim 21:22 spiegelte der Spielstand erstmals die Kräfteverhältnisse auf dem Platz wider. Zwei Zeitstrafen in Folge dezimierten die Limburgstädter erheblich und verschafften den Gäste wieder ein wenig Luft (22:25). Dann trat auch endlich Timmy Hiller in Erscheinung. Ansonsten regelmäßig Toptorschütze, gelang ihm erst in der 45. Minute sein erster Treffer aus dem Spiel, dann allerdings auch noch drei weitere in einer wichtigen Phase. Über 24:27 und wieder in Gleichzahl auf dem Feld kämpften sich die Weilheimer zum 27:27 Ausgleich. Die Stimmung auf den Rängen war nun endgültig topspielreif und machte dem jungen Schiedsrichtergespann die Arbeit nicht leichter. Jeder Treffer wurde nun frenetisch gefeiert, die Schlussminuten erhöhten den Puls in der Lindachsporthalle bei allen Beteiligten. Der Ligaprimus wankte und es entwickelte sich ein lang vermisster Schlagabtausch, allerdings noch immer legte Uhingen vor. Die erste Führung für den TSV Weilheim war das 30:29 eine Minute vor Schluss. Ein erfolgreich abgewehrter Ball und der Gegenstoß über Zettl hätte fast die Vorentscheidung bedeutet, doch der Pass aus der Bedrängnis zum freistehenden Auweter hätte besser sein können und dieser vergab seinen schwierigen Wurf. Im Gegenzug der Ausgleich und auch hier hätte dann im Anschluss auch noch der Sieg für Uhingen fallen können, den wiederum Illi spektakulär parierte. Sekunden vor dem Ende waren die Gäste dann wieder in Ballbesitz. Der Torhüter der Uhinger wollte mit einem langen Ball die eigene Spielhälfte überbrücken um noch einen Torabschluss zu ermöglichen. Der Ball landete jedoch bei den Weilheimern, bevor Timo Klein allerdings werfen konnte war die Uhr abgelaufen. Zunächst helle Aufregung da just an diesem Tag die eigentliche Spieluhr streikte und so kein Signalhorn in der Halle ertönte, sonder ein Pfiff vom Zeitnehmertisch.
30:30 Unentschieden endete eine Partie, die zum Schluss alles an Dramatik bot was den Handball ausmacht und obwohl die Weilheimer nur eine einzige Führung herausspielen konnten ein gerechtes Ergebnis. Für die Spieler und wieder einmal fantastischen Fans heißt es nun zunächst einmal eine Woche durchatmen, bevor man dann zum dritten Heimspiel in folge den TSV Neckartenzlingen empfängt.
TSV Weilheim: Illi, Müske - Auweter, F. Zettl (2), T. Sigel, Klein (3), Hiller (7/3), Braun (2), Banzhaf (3), Seyferle (2), S. Sigel (7), Klett (4).
HT Uhingen/Holzhausen: Renner, Dilmas - Güntner, Bodner (5/1), Lachenmayer (2), Regent (4), Rummel (2), Heimsch (3), Grau (9/4), Kupka, Schempp (5), Reich, Spielmann.